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Ich bin dann mal weg...

Schola Dei

Ende September war es soweit, wir sind mit insgesamt 15 Personen aus Augustdorf in Richtung Norden gefahren, um uns den ostfriesischen Pilgerweg "schola dei" zu erwandern. Es war gut, dass noch andere sich an diesem Wochenende den ostfriesischen Pilgerweg vorgenommen hatten - zusammen mit ihnen waren wir eine schöne Gruppe und fühlten uns auch sehr schnell zusammengehörig.

Los ging es in Ihlow am ehemaligen Zisterzienserkloster. Über 300 Jahre lang hatte es Bestand, bevor es 1529 im Zuge der Reformation abgerissen wurde. Heute sind die riesigen Ausmaßen gerade noch zu erahnen - am besten noch, wenn man die Treppe zum nachgebauten Turm ersteigt und die Aussicht dort oben genießt.

Pilgerweg 01 Spirituelles Wandern ist das Stichwort - einen Weg zu gehen und dabei Pausen zu machen, sich ein Wort Gottes zusprechen zu lassen, die Kirchen auf dem Weg zu besuchen und für eine halbe Stunde Halt zu machen. Nicht auf die Uhr zu schauen, sondern Zeit zu haben für Lieder, für Gedanken, für Gebete. So sind wir an jenem Freitag Ende September mit einem Pilgerführerehepaar losgezogen. In Wiegoldsbur war die erste Etappe beendet. Wir hatten vieles erlebt, Kirchen gesehen, Stille erfahren und dabei ein gutes Stück Weg bewältigt.

Am Samstag ging es bei blauem Himmel weiter. Ein schöner Tag zum Wandern. Von Wiegoldsbur über Georgsheil kamen wir nach Engerhafe, wo wir auch mit dem dunklen Teil der Geschichte des 20. Jahrhunderts konfrontiert wurden. Das Ende der 2. Etappe lag in Marienhafe. Die Marienkirche, die dem Ort den Namen gegeben haben wird, ist ein eindrücklicher Bau. Die Sage erzählt, dass einst auch Klaus Störtebeker dort gelebt haben soll - die Küste ging damals noch unmittelbar bis an Marienhafe heran. Im Turm der Kirche gibt es eine Störtebekerstube, denn dort, so heißt es, haben seine Gesellen als Späher gesessen. Die Kirche hat nicht mehr die gewaltigen Ausmaße von damals, aber sie ist eindrücklich in ihrer Art, in ihrer Größe - und sie vermittelt wie viele andere Kirchen in dieser Gegend den Eindruck von Trutzburgen und Schutz. Ein feste Burg ist unser Gott - zu ihm kann ich mich retten, ja, diesen Eindruck vermittelt sie mir.

Pilgerweg 02 Am Sonntag begann unser Weg mit dem Gottesdienst in der Marienkirche, ein Gottesdienst zur Tauferinnerung. Wir wurden begrüßt und auch mit einer Fürbitte für unseren Weg bedacht - es war gut so. Der Sonntag bescherte uns leider kein so gutes Wetter. Das anfängliche Stippern weitete sich zum Nieselregen aus und aus dem wurde dann ein lang anhaltender Landregen. Wir haben dennoch unseren Weg gemacht und sind Nachmittags in der Stadt Norden angekommen. Nach einem späten Mittagessen ging es zum Abschluss in die Ludgerikirche. Unser Weg hatte sein Ziel gefunden. Was lag hinter uns. Mehr als 40 Kilometer Weg. Aber für jeden persönlich auch das ein oder andere an nachdenklichen oder schweren Gedanken, die man zumindest ein Sück weit hinter sich lassen konnte. Jede und jeder wird seine je eigenen Erfahrungen auf dem Weg gemacht haben. Und es war schön, dass wir alle der Meinung waren, so etwas können wir mal wieder machen.

Wir werden uns bemühen, frühzeitig einen neuen Termin für einen dreitägigen Weg für das kommende Jahr zu bekommen. Wer prinzipiell Lust hat, mit mir im kommenden Jahr diesen Weg zu gehen, darf sich gerne bei mir oder im Büro melden. Dann mag es wieder heißen: Ich bin dann mal weg...!

Pilgerweg 03

Dietmar Leweke



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