Kalender
Seit 1875 ist unsere Alte Dorfkirche
- Ort des Glaubens
- Heimat
- Taufort
- Traukirche
- Ort des Abschieds
- Zuflucht
- Hoffnungsraum
- Kirche für Alle
- mit Gebeten, Liedern und Predigten erfüllt
- Konfirmationsraum
- Ort des Dankes
- Raum für Kummer
- Ort für Jubiläumshochzeiten
- und Jubiläumskonfirmationen
- Mittelpunkt
- Platz, um Lasten abzulegen
- Wegweiser
Das alles ist unsere Alte Dorfkirche seit mehr als 130 Jahren.
Das alles soll sie uns in Augustdorf für die Zukunft bleiben.
Das alles kann sie nur sein,
wenn Leben in ihr ist und Menschen sie so vielfältig nutzen.
Das alles ist nur möglich, wenn wir sie erhalten.
Wenn wir sie mit Leben füllen
und wenn wir auch die Mauern erhalten, die uns das alles bieten.
Unsere Kirche ist uns etwas wert!
Deshalb füllen wir sie mit Leben.
Deshalb wollen wir sie unterhalten.
Deshalb werden wir es uns etwas kosten lassen,
sie zu unterhalten.
Helfen Sie uns dabei.
Mit Ihrer Gabe im Opferstock am Kirchenausgang
oder mit Ihrer Unterstützung bei unserem Stiftungsfonds.
Und natürlich mit Ihren Ideen,
mit Ihrer Freude und mit Ihren Sorgen,
mit denen Sie unsere Kirche mit Leben erfüllen.
Gustav Otto Krecke

Im Mai 1848 berief Fürst Leopold II. den Pfarrgehilfen Gustav Otto Krecke nach Augustdorf. Pastor Oldenbürger hatte inzwischen wegen seiner angegriffenen Gesundheit beantragt, von seinen Amtspflichten entbunden zu werden. Mit Krecke kommt nun ein interessanter Mann nach Augustdorf, der über drei Jahrzehnte lang die Geschicke unserer Gemeinde in Händen hielt.
Krecke kommt erst mit 36 Jahren zu seiner 1. Pfarrstelle - die Studenten und Pfarrgehilfen hatten zu seiner Zeit eine Wartezeit von bis zu 15 Jahren auf eine Pfarrstelle in Kauf zu nehmen. Materiell half Krecke die Ernennung nicht sehr viel, weil Augustdorf eine sehr arme Pfarre war und die Gemeinde noch bis zum Tod von Pastor Oldenbürger im Jahr 1866 einen Großteil der Pfarreinkünfte als Gnadengehalt zu zahlen hatte.
In seinem ersten Pfarrbericht vermerkt er 1849: "die Armut ist hier groß, indem in den letzten Jahren über 40 Einliegerfamilien aus hiesigen Armenmitteln Unterstützung erhalten haben. ... Der Schmutz ist in den Wohnungen der Augustdorfer zu Hause. Für den, der eine schwache Gesundheit hat, ist es nicht ratsam, in ihren Stuben lange zu verweilen. ... Entwendung von Holz, Laub und Moos aus den herrschaftlichen Forsten scheinen die meisten für keine Sünde zu halten." Er ergänzt, dass die Augustdorfer gezwungen sind, sich diese Dinge auf unrechtsame Weise zu beschaffen, weil sie sie zum Überleben brauchen. "Sonst kann man den Augustdorfern keineswegs vorwerfen, daß sie diebisch sind."
Schon in diesem Bericht vermerkt er auch, dass er einen Volksverein gegründet habe, an dessen erster Versammlung 70 Männer teilgenommen haben. Er habe "... auf derselben die Wahlangelegenheit besprochen. In den nächsten Versammlungen werde ich die deutschen Grundrechte erklären und später die Verhandlungen des Lippischen Landtags besprechen."
Krecke hatte in seinem Denken deutliche Züge des Liberalismus erkennen lassen. Das brachte einen einflussreichen Gegner in Position. Küster Kessemeier gehörte zu der neue sich ausbreitenden Bewegung des Neupietismus. Von beiden Seiten gab es aus der Gemeinde nun Eingaben beim Konsistorium, bzw. beim Fürsten. Anklagen, der Prediger habe in religiöser und politischer Hinsicht Grundsätze, die mit dem heiligen Wort Gottes und dem Bekenntnis der evangelischen Kirche wesentlich in Widerspruch stehen sowie von der anderen Seite die Fürsprache vieler Gemeindeglieder brachten für die Gemeinde eine dauerhafte Belastung mit sich. Krecke wurde angewiesen, sich sämtlicher Erörterungen politischer Fragen zu enthalten. Augustdorf war kein Einzelfall, auch in anderen Bereichen Lippes entbrannte der Streit zwischen den von der Erweckungsbewegung erfaßten Neupietisten und den demokratisch gesinnten Kräften, der in Augustdorf weitere Kreise im Gesangbuch- und Katechismusstreit nach sich zog.
Im Juni 1866 wendet sich Krecke mit der Bitte um eine ander Pfarrstelle an das Konsistorium "...den fast 18jährigen Zug durch die Wüste des Lippischen Landes ... endlich zu beschließen." Die Formulierung an den Fürsten aus dem selben Jahr klingt sehr deutlich: "Wollen mich Euer Durchlaucht nicht zu einem zweiten Mose machen, der 40 Jahre in der Wüste umherziehen mußte und das gelobte Land nur schauen durfte."
Im August 1874 kommt Bewegung in die Angelegenheit "Kirchbau". Nachdem bereits einige Jahre lang Verhandlungen über einen Neubau geführt worden sind, kommt es zum Beschluss: Im nächsten Somme wird durch Baurat Merckel mit Rauhsteinen gebaut. Im April 1875 wurde die Fachwerkkapelle niedergerissen und das dabei gewonnene Baumateriel meistbietend verkauft. Am 1. Juni 1876 wird die neue Kirche eingeweiht. Generalsuperintendent Köppen schreibt über die Feier: "Vor der neuen Kirche angekommen, wird Lied Nr. 187 ... gesungen. Der Bauunternehmer überreicht die Schlüssel zur Kirche dem Baurath Merckel, derselbe übergiebt sie mit einigen Worten dem Pastor Krecke, welcher dann die Kirche aufschließt. Der Generalsuperintendent tritt, die Bibel tragend, in die Kirche ein, die Mitglieder des Kirchenvorstandes tragen die vasa saca [= Abendmahlsgeräte]. Die Festversammlung tritt in der vorher angegebenen Reihenfolge, die Schuljugend zuletzt in die Kirche ein." Allerdings gab es neben der Freude über die neue Kirche auch schon bald neuen Ärger - wegen des knappen Kostenrahmens mußte sparsam gebaut werden. Schon 1877 ergeben sich die ersten nachteiligen Folgen, es regnete stark durch. Eine Angelegenheit, die auch noch Kreckes Nachfolger beschäftigen sollte.
Gustav Otto Krecke wechselte 1878 nach Elbrinxen.
Auf einer "lustigen" Hochzeit (1863)
Der Küster schildert den Verlauf einer öffentlichen Beerdigung (1863)
