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Mai 2012
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Legende:

vorgemerkt
 
bestätigt
 
 
Kanzel

Seit 1875 ist unsere Alte Dorfkirche

  • Ort des Glaubens
  • Heimat
  • Taufort
  • Traukirche
  • Ort des Abschieds
  • Zuflucht
  • Hoffnungsraum
  • Kirche für Alle
  • mit Gebeten, Liedern und Predigten erfüllt
  • Konfirmationsraum
  • Ort des Dankes
  • Raum für Kummer
  • Ort für Jubiläumshochzeiten
  • und Jubiläumskonfirmationen
  • Mittelpunkt
  • Platz, um Lasten abzulegen
  • Wegweiser

Das alles ist unsere Alte Dorfkirche seit mehr als 130 Jahren.

Das alles soll sie uns in Augustdorf für die Zukunft bleiben.

Das alles kann sie nur sein,

wenn Leben in ihr ist und Menschen sie so vielfältig nutzen.

Das alles ist nur möglich, wenn wir sie erhalten.

Wenn wir sie mit Leben füllen

und wenn wir auch die Mauern erhalten, die uns das alles bieten.

Unsere Kirche ist uns etwas wert!

Deshalb füllen wir sie mit Leben.

Deshalb wollen wir sie unterhalten.

Deshalb werden wir es uns etwas kosten lassen,

sie zu unterhalten.

Helfen Sie uns dabei.

Mit Ihrer Gabe im Opferstock am Kirchenausgang

oder mit Ihrer Unterstützung bei unserem Stiftungsfonds.

Und natürlich mit Ihren Ideen,

mit Ihrer Freude und mit Ihren Sorgen,

mit denen Sie unsere Kirche mit Leben erfüllen.

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Gustav Gottfried August Krumme

Am 1. Januar 1914 wurde Gustav Krumme als Pfarrvikar mit der Verwaltung der Augustdorfer Pfarre beauftragt. Am 1. Oktober übernahm er als Pfarrer die Stelle definitiv. Gustav Krumme wurde am 4. Juni 1890 in Salzuflen geboren und studierte in Greifswald, Halle und Göttingen.

Ehrenmal 1. WeltkriegDie Pfarrtätigkeit Gustav Krummes in Augustdorf deckt sich weitgehend mit der Zeit des 1. Weltkrieges. Am 1. August 1914 geht ein Telegramm des Konsistoriums an Pfarrvikar Krumme ein: "Mittwoch Kriegsgottesdienst in allen evangelischen Kirchen. Konsistorium". Es ist überliefert, dass in den ersten Mobilmachungstagen täglich Abendmahlsfeiern (oft im Anschluss an einen Gottesdienst) in der Dorfkirche stattfanden. Gesonderte Gottesdienste beim Ausrücken der Soldaten gab es offensichtlich nicht, man traf sich allerdings einmal wöchentlich zu Kriegsgebetsstunden.

Die Gottesdienste waren in den Kriegsjahren Gedenkveranstaltungen für die Gefallenen. Den Gemeindegliedern wurden die Umstände sowie Zeit und Ort der Augustdorfer Gefallenen mitgeteilt. Der Pfarrer hatte das Gefallenenregister zu führen. In der Chronik heißt es dazu: "Allein in den ersten zwei Kriegsjahren fielen 33 Augustdorfer von 287 Männern, die eingezogen waren. Bis Ende des Krieges sollte sich die Zahl mehr als verdoppeln."

Eine der schwierigeren Aufgaben Pfarrer Krummes in dieser Zeit werden die vielen Besuche bei den Angehörigen gewesen sein. Krumme stand in diesen Jahren unter einer Spannung, der viele andere Pastoren ebenfalls unterworfen waren. Sie waren einerseits dem patriotistischen Denken ihrer Zeit unterworfen und hatten auf der andern Seite die seelsorgerische Verpflichtung gegenüber den Opfern und ihren Hinterbliebenen. So konnte der Augustdorfer Pastor neben seinen seelsorgerischen Tätigkeiten auch erbauliche Schriften mit patriotistischem Inhalt an seine Augustdorfer Soldaten im Feld schicken. Auch die Organisation der sogenannten "Heimatfront" unterlag seinen Aufgaben (z.B. Sammlungen für die Soldaten im Feld, bzw. für das Rote Kreuz, Verschickung von Paketen für die Soldaten in den ersten Kriegswintern).

Für die Kirchenkasse bedeutete der 1. Weltkrieg den Ruin. Trotz anfänglicher Bedenken hatte man die dritte Kriegsanleihe gezeichnet. Im Protokollbuch heißt es unter dem Datum des 29. August 1915: "Es wird einstimmig beschlossen, die unter Aufsicht und Verwaltung des Presbyteriums stehenden kirchlichen Gelder zur Zeichnung der dritten Kriegsanleihe zu verwenden." Es ging um einen Betrag von 4.100 Mark - mit ihnen ging das gesamte kirchliche Vermögen verloren.

Im Jahr 1916 wurde die kleine Bronzeglocke aus der ersten Augustdorfer Kapelle an die Mobilmachungsstelle ausgeliefert. Bis dahin hatte sie seit ungefähr 1800 im Turm der jeweiligen Kirche gehangen und ihren Dienst getan. Zwischenzeitlich war sie nach dem Abbruch der Kapelle vom Kolon Busch aufgekauft  und der Gemeinde wieder geschenkt worden. Die beiden großen Glocken aus Gußstahl hatten überlebt, weil sie für den Kanonenguss nicht tauglich waren. Die Prospektpfeifen der Orgel mußten allerdings wegen ihres Zinngehalts der Rüstungsindustrie zur Verfügung gestellt werden.

Am 5. Mai 1918 versammelten sich etwas 60 Frauen und Pfarrer Krumme in der Dorfkirche, um einen "Vaterländischen Verein vom Roten Kreuz" zum Zweck der Alten- und Krankenpflege zu gründen. Seit diesem Tag gibt es in Augustdorf das kirchliche Engagement in der ambulanten Pflege. Vorsitzende des Vereins war Johanne Krumme, die Frau des Pfarrers, der selbst das Amt des 1. Schriftführers übernahm. An das ev. Diakonissenhaus in Detmold richtete man die Bitte, die neugegründete Gemeindepflegestation mit der Entsendung einer Diakonisse zu unterstützen. Am 22. September 1918 wird dann Diakonisse Pauline Wesemann im Gottesdienst eingeführt.

Nach vierjähriger Pfarrtätigkeit wechselte Pastor Krumme Ende 1918 nach Bad Salzuflen. Gustav Krumme starb am 27. August 1951 in Bad Salzuflen.



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